Und trotzdem gewaltfrei – ein Zwischenbild aus Kroatien

Am

von

Ana Raffai

Als wir von der Friedensdekade in Baden nach Hause, nach Kroatien, zurückfuhren, hatte ich ein Gefühl wie vor vielen Jahren als wir nach Jugoslawien zurückkehrten: eine bedrückende Sorge, dass ich in eine unfreie Situation zurückkomme. Seit Jahren habe ich dieses Gefühl vergessen. Die Stimmung, die bei uns in der letzten Zeit herrscht, und seit den Wahlergebnissen in Amerika noch verstärkt wird, hat dieses Besorgnis als stimmig bestätigt. Mal wird etwas gesagt, was die Freiheit um einige Zentimeter einschränkt, mal wird etwas im Namen vom Katholischen behauptet, das aus meiner Sicht verformt ist. Und was mich sehr besorgt, ich beobachte, wie eine Anpassung an das Religiöse stattfindet. Jene, die nicht religiös sind, versuchen, um gehört zu werden, sich in den Diskurs der Gläubigen einzuordnen. Das verstehe ich als Anerkennung unserer Machtposition, was für mich so enttäuschend ist.

Vergangenheit und Hochwasser in Bosnien

Am

von

Anette Klasing

Geplant war ein Seminar in Nordbosnien mit dem schwelle-Partner Center for Peacebuilding zum Thema „Im Schatten der Vergangenheit“. Als wir am 20. Mai über Zagreb mit dem Bus nach Bosnien fuhren, waren wir ein wenig über die Hochwasserkatastrophe informiert, unsere Partner in Sanski Most hatten auf die dramatische Lage hingewiesen, uns aber dennoch ermutigt, zu kommen. Insofern waren wir zwar vorbereitet, aber dennoch etwas unsicher, was uns ‚drüben’ erwarten würde.

Engagierte Europäer

Am

von

Petra Titze

Von Europaverdrossenheit war nichts zu spüren, als wir, drei Mitglieder der schwelle, das langjährige schwelle-Projekt IRSH – Young Intellectuals Hope – für vier Tage in Shkodër, Nordalbanien, besuchten. Wir stießen vielmehr auf Unverständnis, wenn wir erzählten, wie wenig die anstehende Europawahl die Menschen in Deutschland berührt.