Inspiration und Ermutigung - die Arbeit im Kuratorium der schwelle

Am

von

Eckart Behm-Blüthgen

Eckart Behm-Blüthgen ist seit 2012 Mitglied im Kuratorium der schwelle und schreib in dem Gemeindebrief seiner Kirche was diese Arbeit für ihn bedeutet.

Die gemeinnützige Stiftung die schwelle – Beiträge zum Frieden ist 1979 von dem Unternehmer Dirk Heinrichs und seiner Frau Ruth Christa und dem Ehepaar Urban und Kristina Bulling gegründet worden. Sie hatte zunächst ein Stiftungskapital von 1 Mio. DM und hat jetzt durch Zustiftungen, u. a. von Wiebke und Reinhard Jung, ein Vermögen von rund 4,2 Mio. Euro. Die Einnahmen aus dem Stiftungsvermögen, aus allgemeinen und projektbezogenen Spenden, die jährlich für die Stiftungszwecke zur Verfügung stehen, summieren sich zu einem Betrag zwischen 350.000 und 400.000 Euro. Aus dem engen Freundeskreis um die Gründungsstifter ist über die Jahre eine mittelgroße Institution mit einer Geschäftsstelle in der Wachmannstr. geworden. Die Stiftung ist überkonfessionell, steht aber der Bremischen Evangelischen Kirche nahe.

Ich bin seit 2012 Mitglied im 17-köpfigen Kuratorium der Stiftung die schwelle, übrigens zusammen mit Reinhard Jung und Hannes Menke, die beide Ende der 80er bis in die 90er Jahre hinein als Pastoren in unserer Gemeinde gearbeitet haben. Das Kuratorium beschließt u.a. über die Vergabe der Einnahmen an die Projektpartner und für Einzelvorhaben und wählt alle zwei Jahre die Preisträger für den Internationalen Bremer Friedenspreis.

Die Beiträge, die die Stiftung leistet und die, wie ihr Gründer Dirk Heinrichs einmal gesagt hat, nicht gleich Frieden stiften, sondern erst einmal nachhaltig an-stiften sollen, haben einen regionalen Bezug. Ein Beispiel ist die Förderung des Projekts „Aus den Akten – auf die Bühne“ der Bremer Universität und der shakespearecompany und die Unterstützung der Ausstellung „Die Bremische Evangelische Kirche im 1. Weltkrieg“, die wir auch in unserer Gemeinde gezeigt haben.

Andere Beiträge haben einen überregionalen Bezug, z. B. die Unterstützung des Vereins „gewaltfrei handeln – ökumenisch Frieden lernen“ e. V. im nordhessischen Wethen. „Wir arbeiten für die Ausweitung einer gewaltfreien Konfliktkultur und setzen uns für Gewaltverzicht und Rüstungsabbau ein. Dafür braucht es einen Bewusstseinswandel mit persönlichen Entscheidungen für eine Haltung der Gewaltfreiheit.“ Dieses Leitbild des Vereins gibt wieder, was auch für die Friedensarbeit der schwelle selbst gilt.

Schließlich engagiert sich die schwelle international für Frieden und Versöhnung z. B. im ehemaligen Jugoslawien, in Israel und Palästina, in Tansania und Chile, wo unsere Projektpartner wirken.

Ich lerne aus meiner Verbindung mit der schwelle, dass die drei großen Ziele der christlichen Kirchen weltweit – Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung – auch im Kleinen, in der Friedensarbeit vor Ort aufs engste miteinander verbunden sind. Zwei Beispiele: Das Projekt MHOLA in Tansania verfolgt das Ziel, die Rechte von Frauen und Kindern zu stärken. Das schafft gesellschaftlichen Frieden und kann die Gewalt gegen Frauen eindämmen. Die Indigenen in Südamerika dabei zu unterstützen, zu überleben und ihre kulturelle Autonomie zu erhalten, hängt ganz direkt mit dem Schutz ihrer natürlichen Lebensgrundlagen zusammen.

Und ich lerne ganz großartige Menschen kennen. Sie leben vor, dass Gewaltverzicht nichts mit Angst und Schwäche zu tun hat. Sie sind stark und menschenfreundlich und optimistisch. Sie sind mir Inspiration und Ermutigung. Eckart Behm-Blüthgen